LUCKLUM. "Alle Musiker verzichten heute Abend auf ihre Gage." So begrüßte André Huk, Sänger und Gitarrist der Band "The Beagles", die Besucher in der Wegwarte in Lucklum. Den ganzen Artikel lesen...
ILSEDE. Bei einem derart frühen Konzertbeginn, Einlass war 16.30 Uhr, erwartet man gemeinhin eher Kaffeekränzchen mit Blasmusik. Den Besuchern der Ilseder Gebläsehalle stand jedoch eine Synthipop-Nacht mit Festivalcharakter ins Haus.
De/Vision gelten seit den 90ern als wegweisend für die Elektropop-Szene. Nach dem eher schwächeren Album Noob ist die Formation um Sänger Steffen Keth mit dem aktuellen "Popgefahr" wieder obenauf. In Ilsede spielte De/Vision ein reines Elektroset und verzichtete auf eigenes Schlagwerk und Gitarre.
Als enorm spielfreudig präsentierten sich die 80er-Synthipop-Ikonen Camouflage. Die Band um Sänger Marcus Meyn hatte mit "Love is a shield" und "The great commandment" Ende der 80er ihre größten Hits. Als Zeitreise angekündigt, spielte die Band diese auch Samstag Abend. Reifer, satter, unterstützt von echten Instrumenten und mit einem stets präsenten Meyn auf der Bühne. Von der Band gibt es in Kürze ein neues Album, das den Namen Greyscale tragen wird. Einige Songs daraus spielte Camouflage, sehr zur Freude ihrer Fans. Bemerkenswert, dass die Band mit echten Live-Instrumenten auf der Bühne stand, was ansonsten für die Elektroszene eher unüblich ist.
Mit ihrer ersten Erfolgssingle "Metal Hammer" eröffneten schließlich And One ihr Konzert. Die Berliner Formation mit Steve Naghavi an der Spitze schloss in Ilsede ihre Tournee ab. Die Band präsentierte sich in bester Laune. Naghavi tobte in gewohnter Manier über die Bühne und ließ kaum eine Möglichkeit aus, mit dem Publikum zu spielen. Neben eigenem Liedgut wie "Military Fashion Show" oder "So klingt Liebe" gab es auch Cover-Versionen zu hören, besonders von Depesche Mode, die Naghavi gerne als Vorbilder für And One nennt. Mit "Enjoy the Silence" und "Shake the Desease" hatten sie echte Klassiker im Programm, eine gut gelungene Cover-Version des Project-Pitchfork- Hits "Timekiller" gab es auch.
Nach fast drei Stunden inklusive Zugaben kündigte Naghavi an, das ganze Konzert noch einmal zu spielen. Das geschah natürlich nicht. Dafür zogen Band und Fans zur Aftershow-Party in ein Peiner Hotel, um bis in die frühen Morgenstunden bei Musik vom Plattenteller weiter zu feiern. Mit Geburtstagstorte und Ständchen, denn Bandmitglied Rick Schah hatte Geburtstag (Peiner Nachrichten).