LUCKLUM. "Alle Musiker verzichten heute Abend auf ihre Gage." So begrüßte André Huk, Sänger und Gitarrist der Band "The Beagles", die Besucher in der Wegwarte in Lucklum. Den ganzen Artikel lesen...
WENDESSEN.Der Kirchbauverein St. Georg in Wendessen lockt regelmäßig mit außergewöhnlichen Konzerten. Eines der besonderen Art bot Freitag Abend das Programm der Playfords.
Nova Nova hieß das Programm mit Advents- und Weihnachtsmusik des 14. bis 18. Jahrhunderts. Die Playfords, eine mitteldeutsche Formation, haben sich der Interpretation von Tanzmusik aus Renaissance und Barock verschrieben. Ihr Name ist von John und Henry Playford inspiriert, die mit „The English Dancing Master" 1651 erstmals bekannte Melodien der Zeit mit den entsprechenden Tanzanweisungen notiert hatten. Dabei dient die Vorlage des Originals dem Ensemble häufig als Grundlage für eigene Interpretationen und Arrangements. So gab es Freitag Abend in der gut besuchten St. Georg-Kirche immer wieder Bezüge zu aktueller Musik, erhielt etwa das vor der Pause gespielte niederdeutsche Tagelied „Der Morgenstern ist aufgedrungen" durchaus jazzige Elemente und improvisierte Bruchstücken bekannter Weihnachtsliedmelodien. Dass das auch mit den historischen Instrumenten geht, zeigten Björn Werner (Gesang), Annegret Fischer (Blockflöten), Erik Arkenthin (Erzlaute, Barockgitarre und Chitaronne) und Nora Thiele (Percussion, Glockenspiel) auf eindrucksvolle Weise.
„Wir haben, wir das oft machen bei bekannten Stücken, einen Bass dazu gebastelt", erklärte Thiele zu einem Stück, dass die Playfords Weihnachtsapfel nannten. Grundlage hierzu war eine uralte arabische Melodie, die, so Thiele, wahrscheinlich aus dem neunten Jahrhundert stamme und heute noch in der arabischen Welt sehr bekannt sei. Gebastelt darf übrigens guten Gewissens als Untertreibung betrachtet werden: Die Mitglieder der Playfords haben allesamt in Leipzig und Weimar Musik studiert und sind Meister ihres Fachs, die neben dem virtuosen Umgang mit den historischen Instrumenten immer wieder auch kurzweilig musikgeschichtliche Hintergünde zu einzelnen Stücken erzählten. So sei das in den Zugaben gespielte spanische Tanzlied „fum fum" dereinst vom Papst verboten und nach Intervention eines Geistlichen, der mit vielen Kindern im Gefolge nach Rom reiste, wieder erlaubt worden (Wolfenbütteler Zeitung).