LUCKLUM. "Alle Musiker verzichten heute Abend auf ihre Gage." So begrüßte André Huk, Sänger und Gitarrist der Band "The Beagles", die Besucher in der Wegwarte in Lucklum. Den ganzen Artikel lesen...
BRAUNSCHWEIG. Das Publikum in der bei weitem nicht ausverkauften Braunschweiger Stadthalle war am Mittwochabend bunt gemischt. Mittelalter-, Metal – und Rockfreunde beinahe jeden Alters trafen beim Auftritt von In Extremo friedlich feiernd aufeinander.
Wobei das mit dem Feiern durchaus so ein Ding war, denn nicht immer wollte der Funke der Begeisterung von der Bühne ins Publikum überspringen. In Extremo waren dieses Jahr schon lange unterwegs, zunächst mit dem ersten Teil der Sterneneisen-Tour, auf Burgen, Festivals und im Ausland, derzeit gibt es einen Sterneneisen-Nachschlag bis zum Jahresende. Nicht dass die Band um Sänger Michael Robert Rhein aka Das letzte Einhorn müde wirkte, aber der Auftritt in Braunschweig wurde mit wenigen Ausnahmen sehr routiniert heruntergespult, vielleicht zu routiniert mitunter. Unverwechselbar der rauhe Gesang Rheins, der bei vielen Songs von den zahlreichen mitsingenden Fans unterstützt wurde. Dem Veranstaltungsort geschuldet war die nur sparsam eingesetzte Pyrotechnik, da ist der In Extremo-Fan, auch von Club- oder Hallen-Auftritten der Band sonst durchaus mehr und Besseres gewohnt.
Angesichts einer ausgewogenen Setlist, die den Geschmack eines überwiegenden Teils der Fangemeinde traf, geriet dies jedoch zu Marginalien. Mit einem brennenden Pfeil, der über das Publikum zur Bühne geschossen wurde und dem Titelsong des aktuellen Albums Sterneneisen eröffnete In Extremo den Abend. Neben den Sterneneisen-Songs gab es vor allem Material von den Alben Sieben und Sünder ohne Zügel zu hören. Bei Rasend Herz, Vollmond oder Küss mich sangen, grölten und schrien die Fans mit, bei den schnellen, rockigen Saufliedern, Viva la vida heißt die aktuelle Single, wurde nach Leibeskräften mitgetanzt, angetrieben von einer mittelalterlich angehauchten Instrumentierung – die Rockinstrumente werden von Dudelsack und Hartfe unterstützt. Mithin eines der Merkmale des In Extremo Liedguts. Leben und Lebensfreuden des fahrenden Volkes bejahend, mitunter überschäumend, dann wieder melancholisch ruhig und immer ein Motto im Hinterkopf: Ganz gleich, was auch geschieht, das Leben ist schön. Leider machte die Akustik der Stadthalle gerade bei den extrem rockigen, gitarrenlastigen Stücken nicht immer den besten Eindruck (Braunschweiger Zeitung).