Im Lessingtheater gibt es ein Wiedersehen mit Dick und Doof.

Ein außergewöhnliches Wiedersehen mit Dick und Doof gab es Freitagabend im Lessingtheater. Die Hamburger Kammerspiele boten mit dem Stück "Laurel & Hardy" ein intensives Erleben des Komikerduos.

Hand auf's Herz, wer kennt sie noch, die typischen Dick-und-Doof-Gesten, die wir in den zahlreichen Filmen mit Stan Laurel und Oliver Hardy kennenlernen durften? Das verlegene Spiel Ollies mit seiner Krawatte, sein direkter Blick in die Kamera, das so typische Kopf-Kratzen oder Greinen Stans. Ohne Dick und Doof, Laurel und Hardy, wären viele spätere Komödianten kaum denkbar gewesen. Es ist das Verdienst von Tom MacGrath, ein Theaterstück geschrieben zu haben und so über die typischen Slapstick-Sketche hinaus das Leben der beiden Humoristen zu beleuchten.

Roland Renner als Stan Laurel und Ulrich Bähnk als Oliver Hardy spielten authentisch, ohne aufgesetzt oder hölzern zu wirken, eindringlich, wenn es nötig war und bei den eingestreuten Gesten und Sketchen überzeugend echt. Begleitet von Siegfried Gerlich am Klavier, spielten sich die Schauspieler durch das Leben dieser beiden Großen, die in den Zeiten des Stummfilms zu Weltruhm gelangten. Gerlich übernahm hierbei den Soundtrack jener Zeit.

Spannend zu sehen, wie sich die Charaktere und das Leben der Protagonisten von den Anfangszeiten bis Anfang der 1940er Jahre entwickelte. Vom jungen Stan, der unbedingt als Komödiant zum Theater wollte und schließlich mit Charly Chaplin auf der Bühne gestanden hatte, zum akribischen Humorarbeiter. Konträr dazu Oliver "Babe" Hardy, der es privat gerne einmal öfter krachen ließ.

Renner und Bähnk zeichneten die beiden Charaktere großartig nach, verliehen ihnen im berühmten Leitersketch oder der Tapezierszene Leben, improvisierten bei Zurufen aus dem Publikum fröhlich drauflos, als gehöre es zum Stück.

Bedrückend dann der Schluss. Der letzte Film der beiden gealterten Stars war gescheitert. Unzufriedenheit mit Hollywoods Filmmaschine, Schlaganfall, Resümee, schließlich abtauchen in zwei Holzkisten auf der Bühne. Ein stark gespielter Schlussakkord, der wie das Stück insgesamt deutlich mehr Beifall und Besucher verdient gehabt hätte.